St. Lamberti

St. Lamberti

Propsteikirche St. Lamberti

Horster Str. 7
45964 Gladbeck


Regelmäßige Gottesdienste:

Samstag 18.00 Uhr sonntägliche Vorabendmesse

Sonntag 11.15 Uhr Heilige Messe, 18.00 Uhr Heilige Messe

Montag 9.00 Uhr Heilige Messe

Mittwoch 9.00 Uhr Heilige Messe

Freitag 9.00 Uhr Heilige Messe

Samstag 9.00 Uhr Heilige Messe


Bitte beachten Sie die Gottesdienstzeiten in unserem Gottesdienstkalender (Link).

Historie

Durch wen und wann das erste Kirchengebäude in Gladbeck errichtet wurde, ist unbekannt. Urkundlich erwähnt wird eine Kirche in Gladbeck in einer Handschrift aus der Zeit um 1165. Danach hat der Erzbischof von Köln im Jahre 1019 dem bei Köln gelegenem Benediktinerkloster Deutz ein Hofgut und die Kirche geschenkt.

1019 erfolgte die erste namentliche  Erwähnung Gladbecks in dieser Schenkungsurkunde des Kölner Erzbischofs an die Abtei Deutz. Wegen einiger Unstimmigkeiten in zeitlicher Hinsicht wird heute die Echtheit dieses Dokuments angezweifelt.

Die Abhängigkeit von der Abtei Deutz hatte zur Folge, dass nach dort auch Abgaben entrichtet werden mussten und die Abtei das Recht auf die Besetzung der Pfarrstelle erhielt (sog. Patronatsrecht). Diese Bindung und Verpflichtungen blieben bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts bestehen. Das Gebiet zwischen Emscher und Lippe blieb als „Vest Recklinghausen“ im Zuständigkeitsbereich des Kurfürstentums und Erzbistums Köln und besteht in etwas veränderten Grenzen heute weiter als Landkreis Recklinghausen.

Weitere Dokumente mit namentlicher Erwähnung Gladbecks und anderer Nachbarorte kommen aus den Jahren 1147 durch Papst Eugen III., 1161 durch den Gegenpapst Viktor IV. und durch eine im Jahre 1207 ausgefertigte neue Urkunde durch den jetzt rechtmäßigen Papst Innozens III.

In den Jahren 1797-1804 wurde die Gladbecker Kirche erweitert und mit einem neuen Turm versehen, der eine verschieferte Zwiebelturmhaube trug.

Neubau einer größeren Kirche

Wegen Zunahme der Wohnbevölkerung durch den aufstrebenden Kohlebergbau erwies sich die alte Dorfkirche von 1804 als zu klein und der Neubau einer größeren Kirche wurde beschlossen. Nach Abbruch der alten Kirche wurde in den Jahren von 1897–1899 an der gleichen Stelle die heutige St. Lamberti – Pfarrkirche im neugotischen Stil erbaut.


Als Notkirche diente der große Saal im eben fertig gestellten Gesellenhaus.

  • Architekten der neuen Kirche:  Architektbüro Hertel, Brüder Hilger d.J. und Bernh. Hertel, Münster
  • Bauleitung am Ort:  Bernh. Hertel, ab 1903 Dombaumeister in Köln
  • Ausführung:  Fa. Carl Braunsteiner, Gladbeck
  • Kirchweihe:  26.10.1899, einem Donnerstag, durch den Diözesanbischof Hermann Dingelstad, Münster.

Für die Gemeinde war es ein schwerer Schlag, dass während der Bauzeit zwei Priester der Pfarrei starben. 1898 starb Pfr. Franz Nonn, 1899 ereilte Vikar Johannes Wienforth kurz vor Vollendung des Kirchbaus der Tod. Beide haben die Fertigstellung und Weihe des von ihnen mitgeplanten und begonnenen Neubaus nicht erlebt.


Da die Bevölkerungszahl weiter anwuchs, entstanden ab 1906 neue Pfarrgemeinden in den Außenbezirken. Heute hat Gladbeck neun katholische Pfarreien. 1915 wurde Gladbeck selbstständiges Dekanat.


Zu dieser Zeit wütete bereits der 1. Weltkrieg, der wiederum Leid, Schmerz und Elend für die Bevölkerung brachte und auch die seelsorgerische Arbeit in der Gemeinde erschwerte. Die nachfolgende Geldentwertung bedeutete dann für viele Menschen Armut durch Verlust der Rücklagen für Alter und Notzeiten.


Trotz dieser Schwierigkeiten gab es in den 20er Jahren einen neuen Aufbruch im kirchlichen Leben. Es gab ein reich gefächertes, kirchliches Vereinswesen, nach dem damals für gut und richtig erachteten Verständnis als „Standesvereine“ gegliedert. Im gesellschaftlichen und öffentlichen Leben des Staates gewann der katholische Bevölkerungsanteil an Ansehen und Einfluss, so wie schon bislang auch in unserer Stadt.

Wiederaufbau

Er begann im Jahre 1947 unter dem neu ernannten Pfarrer Ignaz Heiermann (1898–1970), wieder ausgeführt durch die bewährte Firma Braunsteiner. Nach und nach wurde eine neue Inneneinrichtung beschafft, Kirchenbänke, Beichtstühle, Kanzel, Kommunionsbank und vorläufige Fenster.


1953 kamen vier neue Glocken und 1960 eine große Orgel der Fa. Klais/ Bonn. Der Hauptaltar wurde zunächst unter Einbeziehung des alten Tabernakels aus Teilen des früheren Altars zusammengebaut.


Die sechs heiligen Stauten konnten unbeschädigt an den alten Stellen zwischen den Chorfenstern wieder aufgestellt werden. Auch einige andere, aus der alten Ausstattung stammende und gerettete Einrichtungs- und Kunstgegenstände konnten wieder übernommen werden, so die Statuen des hl. Lambertus, des Antonius von Padua, das Vesperbild, die Bronzereliefs der alten Kanzel u.a.

Das Pfarrzentrum

1996 wurde mit dem Neubau eines Pfarrzentrums unter Einbeziehung der benachbarten Vikarie begonnen. Dieses für die Seelsorge so wichtige und notwendige Haus hat heute schon einen festen Platz im Gemeindeleben. Das erst 1997 eingeweihte Pfarrzentrum wurde in der Nacht zum 27. Mai 1999 durch Brandstiftung stark beschädigt. Die Inneneinrichtung wurde weitgehend zerstört.

Abschließend und 100 Jahre nach dem Neubau unserer Pfarrkirche kann man sagen, dass sich im Ortsbild Gladbeck viel geändert hat, aus der damals noch kleinen Orts- und Kirchengemeinde mit dörflichem Charakter wurde eine mittelgroße Stadt mit heute neun katholischen Pfarrgemeinden. Das Kirchengebäude hat sich trotz schwerer Schäden im letzten Krieg außen kaum geändert.

Auch der Innenraum ist im Gesamteindruck und der Raumwirkung unverändert geblieben, die Brücke zur vorhergehenden Zeit wird durch einige gerettete Ausstattungsstücke geschlagen. Nur der Chorraum hat durch die Neuerungen in der Liturgie eine deutliche Umgestaltung erfahren.


Wir wünschen der Gemeinde und ihrem Gotteshaus Schutz und Segen auch für das kommende Jahrhundert in einem neuen Jahrtausend.


Das Altarretabel

Das Altarretabel der Kirche St. Lamberti stammt aus dem Jahr 1516. Es wurde ursprünglich für eine Schlosskapelle am Niederrhein angefertigt. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts hing es in der Kapelle des ehemaligen Priesterseminars im Kardinal-Hengsbach-Haus in Essen-Werden.

2012 kam es als Dauerleihgabe des Bistums Essen in die Lambertikirche. Nach aufwändigen konservatorischen Maßnahmen durch die Restaurationsfirma Berchem aus Essen-Borbeck erstrahlt das Kunstwerk heute wieder in neuem Glanz.

Der aufklappbare 1,65 Meter hohe und 3,85 Meter breite Flügelaltar besteht aus Eichenholz, die plastischen, mit Blattgold überzogenen Figuren wurden aus Lindenholz geschnitzt. Vergoldetes Weinlaub umrankt die Darstellungen. Der Mittelteil weist zusätzlich stilisierte Weintrauben auf.

Thema des Gladbecker Altarretabels ist Jesu Menschwerdung, seine Funktion, dem Betrachter die Wandlung von Wein und Brot in Christi Leib und Blut vor Augen zu führen.

Kernstück des rund zwei Meter breiten Altarmittelteils bildet eine mit Blattgold ausgelegte Nische. Sie beherbergte ursprünglich eine separat geschnitzte Marienfigur mit Kind, die leider im Lauf der Zeit verlorenging. Seit 2013 vervollständigt eine Figur des Namenspatrons der Kirche, des Heiligen Lambertus, das Retabel. Die handgeschnitzte 130 cm hohe und rund 75 kg schwere Skulptur stammt aus der Holzschnitzerei Manfred Eich in Oberammergau. Holzbildhauermeister Ernst Franz entwarf und schnitzte die Figur in Anlehnung an die Darstellung des Heiligen Lambertus im Chorfenster.

Fassmaler und Vergolder Demetz Oswald führte die abschließenden Arbeiten aus. Stilistisch wie farblich stimmte der Künstler sein Werk auf die gotischen Schnitzarbeiten ab. Ebenso wie die übrigen Figuren besteht die Skulptur aus Lindenholz.

Am rechten Altarflügel unten findet sich eine ungewöhnliche Darstellung der Geburt Christi. Der linke  Altarflügel bildet die Anbetung durch die Heiligen Drei Könige ab.

Über den Szenen Geburt und Anbetung sowie an den Seiten des Mittelteils sind 14 Figuren von Aposteln, Jüngern, Heiligen und Märtyrern eingefügt, reich gewandet und ihre Attribute in Händen haltend.

 

Die Heiligen von links nach rechts

  • unten:  Margaretha, Markus, Petrus, Barbara,
  • oben:  Jakobus d.J., Katharina, Philippus, Andreas, Matthäus, Johannes, Bartholomäus, Jakobus d.Ä., Agnes, Thomas

Auf kleinen Sockeln hat der Künstler zur leichteren Identifizierung den jeweiligen Namen aufgemalt.

Auf den Altarflügelaußenseiten stellen Ölgemälde die 14 Nothelfer dar.

  • vorne:  Eustachius, Margaretha, Agnes, Barbara, Georg, Katharina,
  • hinten: Ägidius, Blasius, Dionysius, Vitus, Antonius, Erasmus, Christophorus, Pantaleon

Die Kirchenfenster

Die ersten Fenster der Kirche St. Lamberti aus dem Jahr 1899 lieferte die Düsseldorfer Glaswerkstatt Hertel und Lersch. Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 waren alle Kirchenfenster zerstört. Im Zuge des Wiederaufbaus der Kirche begann die Firma Hennecke und Stamm ab Dezember 1946 mit der erneuten Verglasung von Sakristei und Eingängen. Die Notverglasung des Chors führte die Bottroper Firma 1948 aus. 1949 setzte die Glaswerkstatt Ignaz Donat aus Gelsenkirchen-Buer Fenster in die Turmkapellen ein.

Ab 1954 wurde die Notverglasung im gesamten Kirchenraum durch künstlerisch gestaltete Bleiglasfenster ersetzt. Nach den Entwürfen des Malers Josef Nienhaus entstanden Fenster mit reichem Teppichmuster in satten Farben und Tönen. Lediglich die beiden Fenster im Querhaus waren figürlich gestaltet, das nördliche stellte den Hl. Lambertus, das südliche den Hl. Antonius dar.

Alle Kirchenfenster wurden im Lauf der Zeit wiederholt renoviert und neu verbleit oder durch andere Fenster ersetzt. Aus der frühen Phase überdauert haben zwei Fenster des ehemaligen Nordeingangs (Nische Pieta) und der beiden Turmkapellen. Die fünf kleinen Fenster über dem Hauptportal entstanden 1954 nach den Entwürfen von Josef Nienhaus. Die letzten Fenster erhielt 2005 der Nordchor. Die älteren Kirchenfenster zeichnen sich durch kräftige Farben und eine figürliche Darstellung aus. Die neuen Fenster in Langhaus und Nordchor dagegen sind freie Kompositionen aus Licht und zarten Tönen. Sie harmonisieren den Lichteinfall und lassen die Lambertikirche selbst an dunkleren Tagen einladend und hell wirken.  

Chorraum 7 dreibahnige Maßwerkfenster, Künstler Hans Lünenborg, Werkstatt Dr. Reuter, Köln 1959, durchgängiges Motiv: die Architektur der Stadt Gottes in visionärer Schau

Hauptfenster Thema Dreifaltigkeit, der auferstandene Christus mit Dornenkrone, über ihm schwebt die Taube, Symbol des Heiligen Geistes, über allem wacht Gott, das Auge Gottes in einem Dreieck für die Dreieinigkeit, zu Füßen Christi betet der Hl. Lambertus, von einem Pfeil durchbohrt, für die Gemeinde                       

 

 

 

 

 

linkes Hauptfenster Thema Jüngstes Gericht, der Hl. Michael in Ritterrüstung mit Feuerschwert steht auf dem besiegten Teufel, er hält die Seelenwaage, womit er auf Befehl Gottes die Guten von den Bösen scheidet, unten öffnen sich die Gräber, die Toten werden zum Weltgericht gerufen                                                    

                                 

                                              

rechtes Hauptfenster Thema Mariä Himmelfahrt, 7 Rosen stehen für die 7 Freuden,  Blutstropfen für die Schmerzen Mariens  

Seitenfenster mit farbigen Doppel-Spitzrauten, Thema im unteren Teil Kirche als wandelndes Volk Gottes, die Gemeinde schreitet, getrennt nach Stand und Geschlecht, in Prozession auf den Altar zu, die Figur unter dem Baldachin (Südfenster) trägt die Züge des Gladbecker Pfarrers Ignaz Heiermann (1947-69), im Maßwerk die vier Evangelisten Lukas (Stier), Matthäus (Engel), Markus (Löwe) und Johannes (Adler)

Nebenapsis je 3 zweibahnige Maßwerkfenster

Südchor  Künstler Theodor Heiermann, Werkstatt Derix, Taunusstein 1995, durchgängiges Motiv:  „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.“ Die Darstellungen der Seitenfenster stehen für die Früchte, die am Weinstock Christi gedeihen – die lehrende und verkündende Kirche, die bis zum Märtyrertum bezeugende sowie die gastfreundliche und dienende Kirche

Mittelfenster Weinstock zur Zeit der Lese und Weinpresse

rechtes Seitenfenster eine Ordensfrau bei der Krankenpflege, eine Frau verteilt Brot an Hungrige, Adolf Kolping (1813-65) mit Gesellen auf der Baustelle

linkes Seitenfenster die Hl. Hildegard von Bingen und der Hl. Albertus Magnus im Gespräch, Unterricht in der Schule, Hl. Maximilian Kolbe (1894-1941) feiert die Hl. Messe im Konzentrationslager, eine Familie (die Ehefrau des Künstlers ist hier abgebildet) lädt einen Fremden zur gemeinsamen Mahlzeit ein

Nordchor   Freie Komposition, in Analogie zum Thema Wein im Südchor hier das Thema Brot in Gestalt von Kornähren, Künstler Günter Grohs, Werkstatt Derix, Taunusstein  2005                                                      

Abgeschwächtes Querschiff fünfbahnige Lanzettenfenster

Südfenster Szenen aus dem Neuen Testament, Thema „Selig, die zur Hochzeit des Lammes geladen sind.“, in der Mitte das himmlische Gastmahl bei dem Engel bedienen, umlaufende Bildreihe mit 14 Szenen über Leben und Sterben Christi – Verkündigung, Geburt bis zur Aussendeung der hl. Geistes, im Maßwerk das Himmlische Jerusalem, Trauben und Lamm als symbolische Hinweise auf Erlösung, Künstler Theodor Heiermann, Werkstatt Oidtmann, Linnich 1984

die Stifterin Hildegard Ullrich

Nordfenster  Szenen aus dem Alten Testament, Thema „Gott, Du hast die Welt wunderbar erschaffen“, im Mittelteil die ersten Menschen im Paradies, umlaufender Bildzyklus mit 14 Szenen, beginnend mit dem Sündenfall, Vertreibung aus dem Paradies, Verheißung auf Erlösung, Geschichte des Volkes Israel bis zu Johannes dem Täufer, im Maßwerk die Erschaffung der Tiere und Pflanzen, Künstler Theodor Heiermann, Werkstatt Hein Derix, Kevelaer 1988 

Langhaus 6 dreibahnige Maßwerkfenster, freie Komposition: bahnig gestaltete helle Bereiche und farbig strukturierte Zonen in Weiß-, Blau- und Brauntönen, Künstler Günter Grohs, Werkstatt Derix, Taunusstein  1998-2001

Südeingang    2 Rundfenster mit Kreuz, Werkstatt Glas Nagel, Gladbeck 2005 

Nische Pieta (ehemaliger Nordeingang) 3 Rundfenster mit Stern, Seitenfenster Werkstatt Hennecke & Stamm, Bottrop 1946, Scheitelfenster Werkstatt Melch. Junglas, Münster 1972

Fenster hinter der Orgelbühne

Westfassade und Turmeingangskapellen 

Hauptportal  fünfbahniges Maßwerkfenster, reiches, starkfarbiges, gotisches Teppichmuster, Künstler/Werkstatt Ignaz Donat, Gelsenkirchen-Buer  1960

über dem Hauptportal 5 kleine, einbahnige, starkfarbige Maßwerkfenster, Künstler Josef Ninehaus, Werkstatt Iognaz Donat, Gelsenkirchen-Buer 1954

Turmeingangskapellen 4 zweibahnige Maßwerkfenster Künstler/Werkstatt Ignaz Donat, Gelsenkirchen-Buer  1949 

nördliche Turmeingangskapelle (ehemalige Taufkapelle) Thema Firmung und Taufe,  gotisches Teppichmuster 

Südliche Turmeinganskapelle gotisches Teppichmuster mit verschiedenen Symbolen

Glocke und Turmuhr

Die Marienglocke ist die älteste Kirchenglocke der Stadt Gladbeck überhaupt, sie stammt aus dem Jahr 1535. Die übrigen vier Glocken der Kirche St. Lamberti wurden im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen. 1953 stellte die Glockengießerei Petit und Gebrüder Edelbrock in Gescher (Westfalen) vier neue Kirchenglocken her. Sie verfügen über einen Kupferanteil von 78 Prozent. Das Gesamtgewicht aller fünf Glocken beträgt 7300 kg.

Lambertusglocke  Ton h, Gewicht 3000 kg, Durchmesser 1,70 m

Marienglocke  Ton d, Gewicht 1600 Kg, Durchmesser 1,36 m

Ignatiusglocke  Ton e, Gewicht 1180 kg, Durchmesser 1,24 m

Cäciliaglocke  Ton fis, 840 kg, Durchmesser 1,10 m

Gabrielglocke  Ton g, Gewicht 680 kg, Durchmesser 1,03 m

Marienglocke
Lambertusglocke

 

Geläutet wird eine halbe und eine viertel Stunde vor dem Gottesdienst, am Samstag und Sonntag läuten bis auf die Lambertusglocke alle Glocken, an Werktagen nur die Cäciliaglocke. Als Totenglocke erklingt die Marienglocke. Alle fünf Glocken ertönen an Fronleichnam, zur Stadteucharistie und zu Weihnachten.

 

 

Gabrielglocke, Cäciliaglocke, Ignatiusglocke

Über der Marienglocke hängt die Ignatiusglocke, die Cäciliaglocke befindet sich in der Mitte. Die leichteste Glocke, die Gabrielglocke, mit dem hellsten Ton, ist über der schwersten Glocke, der Lambertusglocke befestigt, die mit dem Ton H den tiefsten Ton erklingen läßt.

Alle Glocken der St. Lamberti Kirche weisen in Form von lateinischen Inschriften Gebete oder Segenswünsche auf:

so die Marienglocke (in deutscher Übertragung):  "Auferstehen lasse ich mit lautem Schall die Christenschar und rufe zu des Himmels Sitzen sie, den Teufel setze in Bedrängnis ich, des Hagels Mächte breche ich und Blitze vernichte ich durch gewaltigen Donner, Marias Name nehm in Anspruch ich."

Außen umlaufend auf der größten Glocke, der Lambertusglocke, findet sich die Inschrift: "Sancte Lamberte, ora pro nobis" (Heiliger Lambertus, bete für uns).

Lambertusglocke

Die heutige Turmuhr zeigt mittels einer funkgesteuerten Digital-Hauptuhr relativ genau die Zeit an. Die Hauptuhr steuert neben der Turmuhranlage das Auslösewerk und die Nebenuhren. Das Bedienungstablo in der Sakristei dient zum Einschalten der unterschiedlichen Glocken. Mit dieser Technik ist die St. Lamberti Kirche seit 1994 ausgerüstet. Die heutigen Zifferblätter stammen von 1978. Seit diesem Jahr ersetzt eine vollelektrische Uhrenanlage das bisherige mechanische System.

Das Pastorat

Der erste namentlich bekannte Gladbecker Pfarrer Goswin (ab c. 1385) bewohnte ein Pastorat, das jenseits der Gladebeke, nördlich der heutigen Lambertikirche lag. Die Truchsessischen Religionskämpfe (1583-88), ausgelöst durch den Übertritt zum Protestantismus und die Exkommunikation des Kölner Erzbischofs Gebhard Truchseß von Waldburg führten im Vest Recklinghausen zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten. Auch Gladbeck blieb von den Unruhen nicht verschont: 1599 zogen Söldner durch das Dorf, vertrieben den Pfarrer und setzten das alte Pfarrhaus in Brand. Zusammen mit dem Pfarrhaus ging vermutlich ebenfalls das dort eingelagerte Archiv in Flammen auf. Pfarrer Anthonius Burrichter (1606-1625)  ließ um 1607 das Pastorat wieder aufbauen. Pfarrer Kocks (1728-1745) beschrieb das Pastorat 1738 als völlig verfallen. Unter ihm zog das neue Pastorat an die Friedrichstraße.

Der Situationsplan aus dem Jahr 1886, angefertigt im Auftrag von Pfarrer Franz Nonn (1886-1898), zeigt die Lage des alten und des geplanten neuen Pastorats, inmitten von Gärten, Teich, Wiesen und Äckern. Drei Nachbarhäuser sowie eine Schmiede standen in der näheren Umgebung.

Das durch Pfarrer Kocks errichtete Pastorat existierte über 150 Jahre lang, nur einmal 1816 durch Pfarrer Anselm Schätzer (1812-1826) renoviert. Pfarrer Franz Nonn veranlasste den Abriss des inzwischen baufälligen Gebäudes. 1886 wurde der Grundstein des neuen Pastorats gelegt. Dieses Pastorat bestand, bis es 1969 unter seinem letzten Bewohner Pfarrer Ignaz Heiermann (1947-1969) einem Kulturzentrum weichen musste.

Während der Amtszeit des Pfarrers Rudolf ten Hompel (1969-1994) zog das Pfarramt und mit ihm das Pfarrarchiv von St. Lamberti wieder zum Kirchplatz zurück in die Horster Straße. Seit Gründung der Großpfarrei St. Lamberti im September 2009 hat die Verwaltung im Katholischen Stadthaus in der Humboldtstraße einen neuen Standort gefunden.

Interessante Webseiten

Propsteipfarrei St. Lamberti          
Humboldtstr. 21
45964 Gladbeck

Tel.: 0 20 43 / 27 99 15
info@sankt-lamberti.de

 

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