Eikwe in Ghana (St. Johannes)

Das St. Martin de Porres Hospital in Eikwe/Ghana

Eingangsportal des St. Martin de Porres Hospitals in Eikwe – Bild: Gemeinschaft der Missionshelferinnen
Bild vom Eingangsportal des St. Martin de Porres Hospitals
St.&nbsp;Johannes spendet Erlös aus dem Gemeindefest&nbsp;2012 <br />vlnr: Hans&nbsp;Kirchmair, Förderverein; Klaus&nbsp;Peter&nbsp;Schulz, Gemeinderat; Norbert&nbsp;Aldejohann, Förderverein,&nbsp;KV; Spendenempfängerin Frau&nbsp;Thiehoff, Emmaus-Hospitz St.&nbsp;Hedwig; Gisela&nbsp;Surau, Gemeindefest-Orga-Team; Spendenempfängerin Schwester&nbsp;Irmgard&nbsp;Holtkötter, Säkularinstitut der Missionshelferinnen; Cornelia&nbsp;Tenbrink-Kasselmann,&nbsp;KV; Pastor&nbsp;Georg&nbsp;Rücker; Elmar&nbsp;Surau, Förderverein.&nbsp;– Bild:&nbsp;St.&nbsp;Johannes
Bild Scheckübergabe im Jugendheim

Wenn St. Johannes ein Fest feiert und fröhliche Stunden verlebt, dann wird auch gerne für einen guten Zweck gespendet. Das hat Tradition. –
Seit dem Jahr 1982, in ungleichen Abständen weiter bis zunächst 2012, sind jeweils Teile von Erlösen aus dem Gemeindefest oder anderer Aktivitäten an das St. Martin de Porres Hospital in Eikwe, Ghana gegangen. Das Hospital sichert für die Menschen im Umkreis von ca. 200 km die einzige medizinische Versorgung in kritischen Situationen. Im Jahr 2011 freute sich die Station über die glückliche 50.000-ste Geburt. Umso schöner die Zahl, wenn man bedenkt, dass eigentlich dort nur Risikoschwangerschaften zur Entbindung ins Hospital gehen. Überreicht wurden die Schecks jeweils an die in Eikwe tätige Missionsschwester Irmgard Holtkötter, gebürtig von der Elfriedenstraße 6 in Gladbeck.

Schwester Irmgard schloss sich 1958 der „Gemeinschaft der Missionshelferinnen“ (Säkularinstitut im Dienst der katholischen Kirche) in Würzburg an. Dort und in dem nachbarschaftlichen „Missionsärztlichen Institut (MI) Würzburg“ wurde sie zur Krankenschwester und zur Hebamme ausgebildet. Nach 7 Jahren Namibia-Einsatz und anschließend 33-jähriger Tätigkeit in Ghana kehrte sie 2012 nach Deutschland zurück.

Hospital mit „Blick aufs Meer" – Bild: Gemeinschaft der Missionshelferinnen
Bild Hospital mit Blick aufs Meer

Wo liegt Eikwe?
Eikwe ist ein kleines Fischerdorf mit ca. 2.000 Einwohnern an der Küste des Atlantischen Ozeans im äußersten Südwesten Ghanas. Das Krankenhaus ist ganz nahe am Strand gelegen und das einzige Hospital in Ghana, das einen „Blick aufs Meer" hat. Das Dorf ist 80 km von der nächst größeren Stadt, der Hafenstadt Takoradi entfernt. Die Grenze zur Elfenbeinküste ist 70 km entfernt. Die Dorfbewohner sind Kleinbauern, sie ernten Maniok, Palm- oder Kokosnüsse, doch die meisten sind Fischer. Die Bevölkerung des Küstenstreifens ist arm.

Die Geschichte des St. Martin de Porres Hospitals
Im Jahr 1958 wurden die ersten Gebäude des Krankenhauses von den Nzemas gebaut, dem Volk das überwiegend im Südwesten von Ghana und bis hinter die Landesgrenze zur Elfenbeinküste lebt. Zuvor waren im Busch ihre Kranken vom nächsten, weit entfernten Hospital durch zwei große Flüsse abgeschnitten.

1959 bat der Erzbischof von Cape Coast den Direktor des „Missionsärztlichen Instituts (MI) in Würzburg“, Herrn P. Dr. Eugen Prucker OSA, um einen Arzt und Krankenschwestern für das im Bistum Sekondi-Takoradi liegende Hospital. Im April 1959 kam Dr. Heiermann, begleitet von seiner Frau Elisabeth als erster Missionsarzt nach Eikwe. Bald folgten ihm vier Schwestern der „Gemeinschaft der Missionshelferinnen“. Von Anfang an trugen die Missionshelferinnen die Verantwortung für das Krankenhaus.

Die Arbeit war sehr schwierig, wegen einem für Europäer ungesunden tropischen Klima, Mangel an medizinischem Personal und Ghana’s schlechter wirtschaftlicher Situation bis 1985. Die Gemeinschaft brachte große Opfer, um das Hospital zu halten. In den 50 Jahren bis zum Gold-Jubiläumsjahr 2009 schickte sie 26 Schwestern nach Eikwe. Viele mussten aus Krankheitsgründen Eikwe wieder verlassen. Doch die Arbeit konnte immer weitergeführt werden, weil Gottes Segen und Schutz über den Menschen war. Auch fühlten die Schwestern immer wieder die tiefe Dankbarkeit, die ihnen die Bevölkerung entgegen brachte.

Großes Fest zum Gold-Jubiläum&nbsp;2009 <br />vlnr: Prof.&nbsp;Dr.&nbsp;Fleischer, MI&nbsp;Würzburg; Sr.&nbsp;Irmgard&nbsp;Holtkötter; Sr.&nbsp;Ludowika&nbsp;Schmidt; Kurienkardinal Turkson, Erzbistum Cape&nbsp;Coast/Ghana; Generalleiterin Sr.&nbsp;Maria&nbsp;Rathinam, Chetpet/Indien; Sr.&nbsp;Comfort, Infant&nbsp;Jesus&nbsp;Sisters, Pflegedienstleitung.&nbsp;– Bild:&nbsp;Gemeinschaft der Missionshelferinnen
Bild Festtagstorten
Feierliche Enthüllung einer Tafel mit den Namen aller Missionshelferinnen, die in Eikwe gelebt und gearbeitet haben; Teil der „Farewell&nbsp;Ceremony“ für vier deutsche Missionshelferinnen, die&nbsp;2012 ihren Einsatz in Ghana beendeten.&nbsp;– Bild:&nbsp;Gemeinschaft der Missionshelferinnen
Bild Enthüllung der Tafel mit den Namen aller Missionshelferinnen

Seit seiner Gründung ist das Krankenhaus stetig gewachsen. Es besteht aus: Verwaltung, Ambulanz, Frauen- und Männerstation, Isolierabteilung, Notfallaufnahme, Wochenstation und Kreißsaal, Kinderstation, Labor, Blutbank, Apotheke, Operationssaal, Ultraschall und Röntgenabteilung, AIDS-Behandlung (AVT) Gesundheitsvorsorge, Hausbesuche. –

Statistische Daten vom Jahr 2013 (in Klammern Daten von 2008):
Bettenzahl: 200 (175) – Ambulante Patienten: 117.000 (71.000) – Stationäre Patienten: 15.000 (12.000) – Entbindungen: 3.100 (2.300) – Angestellte: 250 (190)

Selten war es möglich, das benötigte Minimum von 6 Ärzten im Land zur Mitarbeit zu gewinnen. Darum wird die Unterstützung durch Kurzeinsätze von Ärzten durch das „Missionsärztliche Institut (MI) in Würzburg“ und auch durch „German Rotary Volunteer Doctors (GRVD)“ oft nötig und dankbar angenommen.

Nach jahrelangem Suchen arbeiten seit 1995 Schwestern der ghanaischen Gemeinschaft „Infant Jesus Sisters“ und seit 2006 Schwestern der indischen Kongregation „Sisters of St. Anne, Chennai“ im Hospital mit.

Zu erwähnen sind auch der ghanaische Verwalter, der seit 2001 in großer Verantwortung im Hospital eingesetzt ist und gute 11 Jahre in enger Zusammenarbeit mit den deutschen Schwestern wirkte, wie ebenfalls der jetzige Chefarzt, mit nur einer Unterbrechung, die er zur Facharztausbildung in der Gynäkologie in Würzburg nutzte.

Frau Dr. Pellio wurde 2013 als Mitglied des „Missionsärztlichen Instituts (MI) Würzburg“ über „Misereor“ ausgesandt als Chirurgin mit langer Afrikaerfahrung.

Das St. Martin de Porres Hospital ist Anziehungsort für die Kranken der Region, die Kranken aus den Flüchtlingscamps nahe der Grenze zur Elfenbeinküste und der Kranken auch aus dem Inneren des Landes, die von der guten medizinischen Versorgung und dem vergleichsweise niedrigen Honorar für Medizin und ärztliche Behandlung wissen. Sie erreichen Eikwe meist zu fünft oder zu sechst in klapprigen Taxis oder Kleinbussen, die oft genug wegen ihres schlechten Zustands am Straßenrand liegen bleiben.

Dr. Theresia Pellio, ausgesandt 2013 vom MI Würzburg und Misereor, berichtet in Rundbriefen über ihre Arbeit am St. Martin de Porres Krankenhaus in Eikwe und setzt in diesem Sinne die Arbeit von Dr. Gabi Köthe fort, die 2012 nach 34 Jahren Leben und Arbeit in Ghana ebenfalls nach Deutschland zurückgekehrt ist. Stichwortartig einige Zitate, vollständig auf der Website nachzulesen:

Oft kommen die Kranken mit großen Schmerzen und ihre Krankheit ist bereits weit fortgeschritten, die Gründe dafür sind vielfältig: Notfälle, die oft viel zu spät kommen und lange Zeit in Gebetscamps „Prayer Camps“ verbracht haben; erfolglose Behandlungsversuche mit Kräutern vom Medizinmann; die Kosten für Fahrt und Medikamente müssen erst angespart oder von der Großfamilie zusammen getragen werden. – Oder es kommen Unfälle, wie der junge Mann aus dem Norden, der zum Kokosnusspflücken angeheuert war und von der 15 m hohen Palme stürzte und sich schwer verletzte. – Manchmal wird unsere Gutmütigkeit auch ausgenutzt nach dem Motto: „Diese weiße Ärztin, die operiert jeden, egal, ob er bezahlt oder nicht“ – vielleicht aber auch ein Ausdruck von Hoffnung. – Dazu kommt das notorische Problem mit der Krankenkasse. Für dieses Jahr (Dez.2015) hat sie nur für 2 Monate bezahlt. Das Krankenhaus lebt von der Hand in den Mund. Der Krankenkassenbeitrag beträgt ca. 5 € im Jahr, unabhängig vom Einkommen, das kann ja auch gar nicht funktionieren.

Ich bedanke mich für alle Unterstützung, freue mich über jede Mail oder Brief. Ich möchte auch betonen, dass alle, die Dr. Gabi Köthe über viele Jahre unterstützt haben, mit gutem Gewissen das Krankenhaus St. Martin de Porres in Eikwe weiter unterstützen können. – Die Patienten brauchen Sie!

Liebe Grüße aus dem heißen Westafrika Eure Theresia

„Hier liegt Eikwe“&nbsp;– Bild:&nbsp;Gemeinschaft der Missionshelferinnen
Landkarte Hier liegt Eikwe

DATEN über Ghana, einem Staat in Westafrika, der an die Elfenbeinküste, Burkina Faso, Togo sowie im Süden an den Golf von Guinea (Atlantischer Ozean) grenzt. Seine Fläche ist fast so groß wie die des Vereinigten Königreichs, mit dessen Geschichte es durch die Kolonialzeit eng verbunden ist. Die britische Kronkolonie Goldküste bestand von 1878 bis 1958 und war Teil Britisch-Westafrikas. 1957 erlangte sie zusammen mit dem britischen Protektorat Britisch-Togoland als Republik Ghana die Unabhängigkeit.
Religiosität: Die Ghanaer sind – wie die meisten Afrikaner – überaus religiös. Es fällt ihnen schwer zu verstehen, wie ein Mensch keinen Glauben haben kann. Dabei ist nicht wichtig, ob man zur christlichen Religion angehört, Muslim ist, einer der traditionellen Religionen oder einem ganz privaten Aberglauben nachhängt. Wichtig ist nur, dass man an irgendetwas glaubt. Der Respekt unter den verschiedenen Glaubensrichtungen ist groß. In Ghana soll die Mehrheit Anhänger eines christlichen Glaubens sein. Etwa 60 % der Ghanaer sollen zu den Christen zählen, unter denen es auch viele Afrikanische Kirchen gibt. Etwa 22 % der Menschen glauben demnach an traditionelle Religionen (Naturreligionen), mindestens 16 % sind Muslime. Anderen Quellen zufolge sind jeweils 30 % der Bevölkerung Muslime und Christen, während 40 % Naturreligionen folgen.
Die Grenzen zwischen den verschiedenen Religionen sind nicht so scharf getrennt, wie man es von anderen Teilen der Welt kennt. Insbesondere mit dem traditionellen Glauben vermischen sich die christlichen Hauptströmungen und Sekten ebenso wie der Islam. Viele christliche oder muslimische Ghanaer sehen im Besuch eines „Fetischpriesters“ keinen Widerspruch zu ihrer Religion. Die Bevölkerung des nördlichen Teils des Landes ist muslimisch, der Süden eher christlich orientiert.
Das Klima: Ghana ist ein tropisches Land, kennt also keine Jahreszeiten, sondern einen Wechsel zwischen Regen- und Trockenzeit. Nahezu gleich lange Tage und Nächte bestimmen das Leben. Grob lässt sich das Klima in den feuchten Süden mit seinen immergrünen Regenwaldgebieten vom trockeneren Norden mit seiner Baumsavanne, Strauchsavanne und der Grassavanne im nördlichsten Teil unterscheiden. Der Harmattan, ein aus dem Nordosten wehender Passatwind, bestimmt zwischen November und Februar die trockene Jahreszeit. Die Regenfälle in der Regenzeit bringt der westafrikanische Monsun. Der meiste Niederschlag fällt im äußersten Südwesten des Landes an der Küste (über 2.000 mm pro Jahr), also in der Region um Eikwe.
Westafrika hatte lange Zeit den Ruf als „Grab des weißen Mannes“. Im 18. Jahrhundert starben 25 bis 75 % der neuankommenden Europäer innerhalb des ersten Jahres nach Ankunft an Tropenkrankheiten wie Malaria, Gelbfieber oder der Schlafkrankheit. Später waren es schätzungsweise immer noch gut 10 %. Die Ausbreitung dieser Krankheiten wurde durch die hohe Verbreitung von Malariamücken und Tsetsefliegen sehr begünstigt. Hinzu kamen die schlechten hygienischen Bedingungen während der Regenzeit, welche zusätzlich zur Amöbenruhr führen konnten.
Quelle DATEN über Ghana: Wikipedia (de)
 

Weiterführende Links:

Das St. Martin de Porres Hospital auf der Website der Missionshelferinnen
„Gemeinschaft der Missionshelferinnen“, Säkularinstitut im Dienst der katholischen Kirche in Würzburg
Ein Säkularinstitut (Weltinstitut oder Weltgemeinschaft) ist neben der Ordensgemeinschaft die zweite Form für ein „Institut des geweihten Lebens“. Im Unterschied zu den Ordensgemeinschaften leben die Mitglieder von Säkularinstituten überwiegend in der Welt, nicht im Kloster.

Website des St. Martin de Porres Hospitals in Eikwe (deutsch)

Gemeinschaft der Missionshelferinnen in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia (de)

Ghana in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia (de)

Nzema-East-District (Region, zu der Eikwe gehört) in der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia (de)
 

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