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Die Kirche und ihre Gestalt als Kultraum

Bild der St. Johanneskirche von WestenDas Bild zeigt die St. Johanneskirche von Westen. Die Kirche ist im Stil einer Basilika erbaut worden. Die Umbauten, die schon nach sieben Jahren erfolgten, waren bestimmt durch den Geist der Liturgie. Auch der äußere Ausbau ist in diesem Zusammenhang zu sehen.

Altar

Bild AltarWas im Hause der Tisch für die Familie ist, das ist in der Kirche der Altar für die Gemeinde. An ihm versammelt sich die Gemeinde zum Herrenmahl. Von diesem Tisch lebt die Gemeinde. Nur in der Tischgemeinschaft des Altares bleibt sie die Gemeinde Jesu Christi, empfängt der einzelne in ihr immer wieder Anstöße zur Verwirklichung seines christlichen Lebens. Der Altar ist in der Gemeinde die Mitte.

Im Gegensatz zu den Altären aus der Zeit des Mittelalters bis vor dem zweiten Vatikanischen Konzil ist unser Altar ein frei im Chorraum stehender Tisch. Zugleich wirkt er auf den Beschauer wie ein großer Opferstein. Beides, Tisch und Opferstein, in einem darzustellen, lag in der Absicht des Bildhauers, Professor Hein Wimmer aus Köln. Er wollte durch Form und Gestalt des Altares bewusstmachen, dass die hl. Eucharistie Mahl und Opfer ist. Hier wird der Sohn Gottes sowohl unsere Speise wie auch das Lamm, das der Ewige Vater für unsere Sünden zum Opfer hingegeben hat. Mahl und Opfer, Tisch und Opferstein in einem – das macht diesen Altar auch theologisch interessant.

Der Altar wölbt sich über ein Steinmassiv, das sogenannte Reliquiengrab. Es ist mit dem Altar zu einer Einheit verbunden. In dieses Steinmassiv sind die Reliquien der Märtyrerin Lucida (+ Coronata – die Gekrönte) und des hl. Johannes Bergmans eingelassen und unter einer Platte vermauert. Die nach allen Seiten hin offene Wölbung über diesem Massiv ermöglicht von jeder Stelle der Kirche aus den Durchblick durch den Altar und lässt ihn, trotz seines Gewichtes von drei Tonnen, dem Auge leicht erscheinen. Das Verhältnis des Altares zum Kirchenraum ist in seinen Maßen besonders gut getroffen. Er erscheint darin wie die alles zusammenfassende Mitte.

Altarkreuz

Bild AltarkreuzDas Hängekreuz über dem Altar ist ein Triumphkreuz. Auch eine Arbeit von Professor Hein Wimmer aus Köln. Christus ist dargestellt als Überwinder und Sieger, als der Kommende in Herrlichkeit. Es ist ein Kreuzbild, zu dem der Lobpreis passt, den die Gemeinde im Hochgebet der Messe unmittelbar nach der Wandlung anhebt: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.

Das Kreuz ist 1,50 mal 1,50 m, hat einen Holzkern und ist mit Kupfer beschlagen. Der Korpus ist 60 cm groß, in Bronze gearbeitet und vergoldet und von 20 Bergkristallen in Fassungen umgeben. In die Kreuzbalken sind vier Emailleplatten eingelassen mit den Symbolen der Evangelisten: Adler, Löwe, Stier, Engel.

Priestersitz

Bild PriestersitzVon den drei steinernen Hockern hinter dem Altar ist der mittlere der Priestersitz. Er ist für den Priester bestimmt, der jeweils der Eucharistiefeier vorsteht.

Auf der Rückenlehne dieses Sitzes ist das Symbol des Weizenkornes eingemeißelt. Im Johannesevangelium vergleicht Jesus seinen Tod und seine Auferstehung, die wir in der Messe feiern, mit dem Schicksal des Weizenkornes: „Wenn es in die Erde fällt und stirbt, bringt es viele Frucht“.

Jeder, der auf diesem Priestersitz Platz nehmen darf, um der Eucharistiefeier vorzustehen, soll sich beim Anblick des Weizenkornsymbols an seinen eigenen Tod und an seine Auferstehung erinnern lassen, damit er in Andacht und Sammlung die Messe feiert.

Tabernakel

Bild TabernakelDie Stele, auf der das Tabernakel sich befindet, besteht aus dem gleichen Gestein wie der Altar: aus Anröchter Dolomit. Das hat seinen Grund; denn was im Tabernakel zur Anbetung aufbewahrt wird, kommt vom Altare her. Das Tabernakel selbst ist aus einer Bronze-Kupferlegierung gefertigt und mit Emaille-Arbeiten und Elfenbeinschnitzereien verziert.

Die Elfenbeinschnitzereien sind symbolische Darstellungen, die das Geheimnis von Altar und Tabernakel veranschaulichen: die Taube als Sinnbild des Hl. Gottesgeistes, durch den der Herr bei uns ist bis ans Ende der Zeiten, – die auf das Lamm hinweisende Hand Gottes und das durchbohrte Herz, die uns sagen, dass es der am Kreuz Geopferte ist, dem wir uns hier nahen, – und schließlich die Brote mit den Fischen, der Kelch, die Ähren und Trauben. Sie verdeutlichen, dass der hier Gegenwärtige unsere Speise ist.

Das ebenfalls in Elfenbein geschnitzte „Neue Jerusalem“ auf der Rückseite des Tabernakels zeigt das Ziel an, zu dem wir mit dieser Speise unterwegs sind.

Das Tabernakel steht auf sieben kleinen Säulen. Der Künstler, Professor Hein Wimmer, Köln, hatte sich, bevor er an die Arbeit ging, von einem alttestamentlichen Weisheitsspruch leiten lassen, den er als prophetischen Hinweis auf Kirche und Sakrament deutete: „Die Weisheit hat sich ein Haus gebaut von sieben Säulen getragen. Sie hat ihr Opfer geschlachtet, ihren Wein gemischt. Siehe, sie hat ihren Tisch gedeckt. Kommt und esst vom Brot und trinkt den Wein, den ich selber für euch gemischt“.

Ein Wandschrein für die Bibel

Bild BibelAls Quelle der Offenbarung Gottes ist die Hl. Schrift vor allem für die Gemeinschaft der Glaubenden, d. h. für die christliche Gemeinde bestimmt. In jeder Messfeier, in jedem Wortgottesdienst wird sie zu Gehör gebracht.

Aber auch für die private Frömmigkeit, als Anregung zu Besinnung, Meditation und Gebet, ist die Hl. Schrift wichtig. Darum hat sie in unserer Kirche ihren deutlich herausgehobenen Platz. Sie liegt zum Lesen aufgeschlagen in einem hell erleuchteten Wandschrein rechts neben dem Tabernakel. Jedem aufmerksamen Kirchenbesucher fällt sie ins Auge. Der Platz neben dem Tabernakel ist gewählt, weil Wort und Sakrament zusammengehören; in beiden ist der Herr gegenwärtig und unter uns wirksam. In den Schrein eingehauen ist das Christuswort: „Himmel und Erde werden vergehen. Meine Worte werden nie vergehen“. In Ornamentschrift umgibt dieses Wort die aufgeschlagene Bibel.

Die Madonna in der Marienkapelle

Bild Madonna in der MarienkapelleWer in unserer Marienkapelle kniet und betet, schaut nicht nur das Bild Mariens; er behält auch Altar und Tabernakel ganz im Blick. Die Marienkapelle in unserer Kirche ist kein separater Winkel, und die Marienstatue steht nicht vor einer Mauer, sondern vor einem handgeschmiedeten Gitter, das dem Beter den Blick in den Kirchenraum öffnet. So sind Kirchenraum und die in ihm zum Lobpreis Gottes versammelte Gemeinde der eigentliche Hintergrund, vor dem die Madonna steht. Das ist sehr sinnvoll so, wenn man bedenkt, dass nach einem Ausspruch des Konzils Maria das Sinnbild der Kirche und der Gemeinde ist.

Das Gitter, vom Kölner Künstler Professor Hein Wimmer entworfen, wurde 1966 von dem Schlossermeister Hans Otto Schulte-Zurhausen, der damals noch zu unseren Jungmännern zählte, gearbeitet. Er hat altchristliche Embleme und aus der Lauretanischen Litanei mehrere Sinnbilder benutzt, um Stellung und Bedeutung Mariens im Heilsplane Gottes zu kennzeichnen.

Der frühere Diözesankonservator Professor Dr. Leonhard Küppers, Kustos der Domschatzkammer Essen, gab 1976 folgende Beurteilung über die Madonna ab: „Ich halte die Madonna für eine Kölner Arbeit (Typ nach Art der ,Kölner Madonnen‘), um 1350 etwa entstanden. Es ist noch die alte Fassung erhalten. Wie bei vielen Madonnen aus dieser Zeit klingt immer noch der frühere Typ der ,Sedes sapientiae‘ (Sitz der Weisheit) nach. Das Hoheitsvolle der aufrecht sitzenden Gestalt wird noch betont durch die Lilienkrone Mariens. Typisch für die ,Kölner Madonnen‘ dieser Zeit sind das Lächeln in einem rundlichen Gesicht, ein Schleier (Jungfrauenschaft) und das offene, weichgelockte Haar, das die Ohren verdeckt. Maria, die zweite Eva, trägt in der rechten Hand als Symbol des Lebens eine Granatapfelblüte. Auch das Kind, mit rundem Kopf und kurzen, geringelten Locken, ist typisch für das Jesuskind der ,Kölner Madonnen‘ des 14. Jahrhunderts. Dass das Kind nur halb bekleidet ist, deutet darauf hin, dass die Strenge der Kultbilder früherer Jahrhunderte eine Abschwächung zum Andachtsbild erfahren hat. Das Jesuskind trägt in der linken Hand die Paradiesfrucht (Apfel?), durch die die ersten Menschen Schuld auf sich luden. Auch hier ein Hinweis auf das Leben, das uns durch Christus Jesus neu geschenkt wurde. Der rechte einladende Arm ruft den Betrachter in seine Nähe.“

Die Madonna der Armen

Bild Madonna der ArmenIn der Weihnachtszeit und während der Monate Mai und Oktober wird die Madonna vorn in der Kirche, links vom Chorraum besonders geschmückt, die nach Stil und Aussage von der Madonna in der Marienkapelle sehr verschieden ist. Sie stammt von dem Bildhauer Heinrich Jordans aus Rheydt. Herr Jordans erklärte damals in der schlimmen Nachkriegszeit, eine „strahlende Madonna“ könne er nicht machen; sie passe nicht in die Zeit. So stellte er Maria als Frau und Mutter der Armen, der Heimatlosen, der Vertriebenen und der Flüchtlinge dar.

Mittlerweile haben wir gelernt, auch vor diesem Bildnis Mariens zu beten, und viele haben dabei Trost und Vertrauen gewonnen. Die Ähren und Rebzweige auf dem einfachen Mantelgewand der Madonna sollen den Betern erklären, dass gerade den Armen der Zugang zum Gastmahl des Reiches Gottes offen ist.

Der Taufstein in der Taufkapelle

Bild TaufsteinIm Zuge der Neuordnung der Osternacht durch Papst Pius XI. wurde das alte Verbot, ohne zwingenden Grund in Kapellen und Privathäusern zu taufen, erneut eingeschärft. Der einzig rechtmäßige Ort für die Spendung der Taufe ist die Pfarrkirche.

Das hatte zur Folge, dass aus der Kapelle des Barbara-Hospitals der Taufstein entfernt werden musste. Was lag näher, als ihn an St. Johannes zu verschenken. Ein Mitglied unserer Gemeinde stiftete einige Jahre später den schönen, schweren Bronzedeckel.

Rundfenster

Bild RundfensterDie 146 kleinen Rundfenster, die in den Seitenschiffen und in den beiden Vorräumen der Kirche sowie in der Taufkapelle in die Wände eingelassen sind, stammen von dem Glasmaler Hougbert Brouwers, Ochtrup. Die Farben dieser 146 Fenster, in all ihren Nuancen zusammengenommen, ergeben die Farben des Regenbogens.

Der Regenbogen war das Zeichen des Friedensbundes mit der Menschheit, den Gott nach der Sintflut mit Noach schloss. Wer betend mit anderen sich in der Kirche versammelt, steht unter den Verheißungen und Segnungen dieses Gottesbundes.

Fünf Bronzeglocken läuten seit Weihnachten 1965 im 28 Meter hohen Glockenturm

Wenn die Glocken unserer Johanneskirche läuten, ist ihr Klang mehr als nur die Markierung eines Zeitpunktes! Das „Lied der Glocken“ erinnert daran, unsere Beziehung zu Gott nicht zu vergessen, lädt uns ein, im Gebet und Gottesdienst die Nähe zu Gott zu suchen.

Glocke I
St. Peter und Paul
fis’-4
Ø 1,10 m, 850 kg
Glocke II
St. Ludger
gis’-4
Ø 0,98 m, 590 kg
Glocke III
St. Johannes der Täufer
ais’-4
Ø 0,86 m, 400 kg
Glocke IV
St. Barbara
cis’’-3
Ø 0,71 m, 260 kg
Glocke V
St. Bernhard von Clairvaux
dis’’-3
Ø 0,63 m, 200 kg

Geläutemotiv: Veni, Creator Spiritus (Komm, Schöpfer Geist)
Hymnus Vesperae Pentecostes (Gotteslob Nr. 341)

Glockenguss am 02.12.1965 bei der Glockengießerei Fa. Petit & Gebr. Edelbrock in Gescher

Erstmals zum Gottesdienst geläutet am Heiligen Abend 1965

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